Raumakustik im Homestudio

Die Raumakustik im Homestudio unterscheidet sich von der Raumakustik im kommerziellen Tonstudio vor allem darin, dass für gewöhnlich Regie und Aufnahme in einem einzigen Raum stattfinden.

Hierdurch entstehen speziellere Anforderungen an die Akustik des Raumes, da Sie beidem gerecht werden müssen.


Aufnahme und Regie in einem Raum

In dem als Homestudio genutzten Raum wird demnach Musik abgehört und bearbeitet (gemischt, gemastert, produziert, etc.), aber eben auch aufgenommen.


Anforderungen an die Raumakustik im Homestudio

Die Anforderungen fallen hierbei wie folgt aus:

  1. Neutral abhören
  2. Trocken aufnehmen
  3. Keine Raumgeräusche
  4. Geld sparen

Ein starker Raumanteil (Hall) verfälscht das Musiksignal (Punkt 1). Der Raum erzeugt zusätzliche Hallfahnen, die nicht der Musik entspringen, sondern quasi vom Raum hinzugefügt werden. Somit können wir z.B. nicht unterscheiden, ob es der Hall in unserer Produktion ist, der, auf gut deutsch, so scheiße klingt, oder der des Raumes.

Zudem besteht bei fehlender Optimierung der Raumakustik das Problem der sogenannten Raumresonanzen. Zu dem Thema haben wir auch ein Video bei YouTube online.

Raumresonanzen, auch Raummoden genannt, sind Überbetonungen bestimmter Frequenzen im unteren Mitten- und Bassbereich. Diese Überbetonungen verfälschen logischerweise das Klangspektrum, schlimmstenfalls entsteht sogar ein starkes Dröhnen.

Kurz zusammengefasst: bei einer schlechter Raumakustik ist ein neutrales Abhören nicht möglich!

Ebenso sind, bedingt durch den nicht regulierten Raumhall, trockene Aufnahmen natürlich nicht realisierbar (Punkt 2). Der lästige Nachhall wird zwangsläufig auf die Mikrofonaufnahmen mit rauf gelangen und lässt sich nicht wieder entfernen. Die Aufnahmen werden unbrauchbar sein bzw. zumindest niemals professionell klingen.


Lösung Punkt 1 und 2

Um im Homestudio neutral abhören und zugleich trocken aufnehmen zu können, müssen Sie genau eines tun: die Raumakustik anhand von Akustikmodulen und einer generell akustisch schlauen Einrichtung verbessern.

Wie genau das aussehen kann, zeigt die Skizze unten sowie unser Video zum Thema. Soviel vorab: wir müssen den Schall im Raum anhand von breitbandig arbeitenden Absorbern (14cm Bautiefe) und echten Bassfallen (ab 40cm Tiefe) deutlich reduzieren.


Punkt 3: keine Raumgeräusche

Als spezielle Anforderung haben wir im Homestudio noch jene, dass der Raum ja absolut still sein muss. Gäbe es im Raum permanent irgendwelche Geräusche, so könnten wir keine Mikrofon-Aufnahmen durchführen bzw. würden diese dann immer irgendwelche Hintergrundgeräusche enthalten.

Lösung des Problems: ein stiller Computer sowie geschlossene Kopfhörer (alles Weitere zu dem Punkt im Video!).


Video Raumakustik im Homestudio


Punkt 4: Geld sparen

Beim Homestudio ist das Budget in der Regel begrenzter als bei einem kommerziellen Studio bzw. sollen die Ausgaben in der Regel in einem angemessenem Verhältnis zum Nutzen stehen.

Zwar ist die Investition in eine gute Raumakustik wesentlich wichtiger als endlos viel Technik zu besitzen, ist die Raumakustik doch ein permanentes, nicht ausschließbares Element der Klangkette, das Einfluss auf eben alles hat, was wir zu hören bekommen und was wir aufnehmen. Jedoch braucht man sie nicht unmittelbar zur Klangerzeugung, weswegen, insbesondere für Laien, der Nutzen vielleicht nicht so greifbar ist wie der eines Lautsprechers o.ä.

Möchte oder muss man nun Kosten sparen, geben wir im Video jedenfalls entsprechende Tipps.


Maßnahmen Raumakustik im Homestudio

Die letztendlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik im Homestudio sind die Folgenden:

  1. Lautsprecher „mittiger“ (mittig in Bezug auf die Links-Rechts-Achse, nicht exakt mittig in Bezug auf vorne/hinten, hier aber etwas Wandabstand halten)
  2. Stereodreick einhalten
  3. Bassfallen in die Raumecken
  4. Breitband Absorber an Spiegelpunkten
  5. Diffusoren/Bücherregal (Rückwand)

Alle Schritte sowie die empfohlenen Positionen für die einzelnen Module werden im Video erläutert.


Raumakustik Skizze Homestudio

Die Skizze liefert ein Beispiel wie die akustische Herrichtung eines Homestudio Raumes aussehen kann.

Raumakustik im Homestudio

Skizze zeigt eine mögliche Herrichtung der Akustik im Homestudio. In möglichst jeder Raumecke sollten Browne Bassfallen aufgestellt werden bzw. zumindest in zwei der Ecken, vorzugsweise denen, die der Schallquelle näher sind. Außerdem befinden sich an der Rückwand Browne Diffusoren sowie Browne Breitband Absorber an den Erstreflexions-Punkten. Wie Sie diese Punkte ermitteln, wird im Video erklärt.


Empfehlung

Die Investition in eine gute Raumakustik ist eine, die Sie einmal tätigen und für immer profitieren.

Alle benötigten Elemente zur Herrichtung der Raumakustik Ihres Homestudios finden Sie bei uns im Online-Shop.